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Brombeersirup selber machen

Brombeersirup selber machen

Brombeeren gehören zu den am meisten unterschätzten Wildfrüchten des Spätsommers. Sie wachsen überall, reifen von August bis Oktober und enthalten so viel Pektin und Anthocyane, dass sie beim Erhitzen fast von allein eine tiefe, weinrote Farbe abgeben, die kein künstlicher Farbstoff erreicht. Diese Eigenschaft macht sie perfekt für Sirup. Brombeersirup selber machen geht so: Du kochst frische oder wilde Brombeeren sanft mit Wasser, presst den Saft durch ein Tuch und kochst diesen Saft mit Zucker zu einem glänzenden, dunkelroten Sirup, der wochenlang haltbar ist und unzählige Verwendungen hat.

Warum Brombeersirup und nicht Brombeerkonfitüre?

Konfitüre hat durch langes Kochen mit viel Zucker eine feste, streichfähige Struktur. Sirup ist flüssig, geschmacklich konzentrierter und vielseitiger: Du gießt ihn durch Sprudelwasser, nutzt ihn als Basis für Cocktails und Mocktails, träufelst ihn über Panna cotta oder Joghurt oder verdünnst ihn zu Limonade. Das Zuckerverhältnis ist im Sirup niedriger als in Marmelade, sodass der Brombeergeschmack selbst im Mittelpunkt steht. Außerdem musst du die Kerne nicht entfernen: Sie bleiben beim Pressen im Tuch zurück.

Welche Brombeeren verwendest du für den leckersten Sirup?

Wilde Brombeeren von der Brombeerhecke an Waldwegen und Hecken geben den intensivsten Geschmack, durch ihren höheren Gehalt an Gerbstoffen und Anthocyanen im Vergleich zu gezüchteten Brombeeren aus dem Supermarkt. Pflücke sie vollständig reif: Eine reife Brombeere ist tiefschwarz, gibt bei sanfter Berührung nach und löst sich leicht vom Stiel. Rote, noch nicht ganz reife Brombeeren ergeben einen sauren Sirup mit weniger Farbe. Reifes Obst gibt immer mehr Zucker frei, sodass du dem Sirup weniger Zucker zufügen musst.

Welche Zutaten brauchst du für Brombeersirup?

  • 500 Gramm frische oder tiefgekühlte Brombeeren als Basis: Tiefgekühlte Brombeeren geben mehr Saft ab als frische, weil das Einfrieren die Zellwände aufbricht, was die Gewinnung erleichtert, aber auch etwas mehr Trübung ergibt.
  • 150 Milliliter Wasser, um die Brombeeren in Gang zu bringen, bevor sie beim Erhitzen bei niedriger Hitze ihren eigenen Saft freigeben.
  • 300 Gramm Zucker pro 400 Milliliter gepresstem Brombeersaft: Miss nach dem Pressen immer zuerst, wie viel Saft du hast, bevor du den Zucker zugibst, damit das Verhältnis stimmt.
  • Saft einer halben Zitrone, der die leuchtend purpurrote Farbe der Anthocyane fixiert und verhindert, dass der Sirup bei der Lagerung bräunlich verfärbt.
  • Optional: eine Zimtstange, zwei Nelken oder ein Thymianzweig, die mitkochen und dem Sirup eine warme, würzige Tiefe geben, die hervorragend zu Wildgerichten und Käseplatten passt.

Wie machst du Brombeersirup Schritt für Schritt?

Gib die Brombeeren mit dem Wasser in einen breiten Topf bei mittlerer Hitze. Bringe sie langsam zum Kochen und zerdrücke dabei die Brombeeren mit einem Stampfer oder einer Gabel: Je mehr du die Früchte aufbrichst, desto mehr Saft kommt heraus. Lasse sie zehn Minuten sanft köcheln, bis die Brombeeren vollständig zerfallen sind und die Kochflüssigkeit tiefviolett gefärbt ist.

Lege ein sauberes Passiertuch in ein Sieb über einer großen Schüssel. Gieße die Brombeermasse hinein und lasse den Saft mindestens dreißig Minuten von allein heraustropfen. Drücke danach vorsichtig das Tuch aus, um den letzten Saft herauszuholen: Je stärker du drückst, desto mehr Kernteilchen und Trübung gelangen in den Sirup. Miss den gepressten Saft ab. Bringe den Saft mit dem Zucker und dem Zitronensaft in einem sauberen Topf bei mittlerer Hitze zum Kochen und rühre, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Lasse ihn fünf Minuten weiterkochen, bis der Sirup leicht eingedickt ist. Schöpfe Schaum ab, falls welcher entsteht. Fülle den heißen Sirup in sterilisierte Flaschen und verschließe sie sofort.

Wie verwendest du Brombeersirup?

Ein Esslöffel Brombeersirup in einem Glas Sprudelwasser ergibt eine dunkelrote, leicht süßsaure Limonade ohne künstliche Farbstoffe. In Sekt oder Crémant gibt ein Schuss sofort eine Kir-Royale-Variante mit besonderem Brombeergeschmack. Über einer Kugel Vanilleeis oder einer Schüssel griechischem Joghurt ist er spektakulär in Farbe und Geschmack. Als Glasur über einem Schokoladenkuchen oder Käsekuchen leistet die dunkelrote Farbe mehr als jede Schokoladendeko. In der Küche funktioniert Brombeersirup auch als Marinadenbasis für Ente oder Wildfleisch: Die Gerbstoffe und die Frucht geben einem gebratenen Wildgericht besondere Tiefe. Mehr Inspiration zu selbst gemachten Sirups findest du auch im Artikel über Holunderblütensirup selber machen als Ergänzung zu deinem Sirup-Repertoire.

Fazit: Brombeersirup selber machen

Brombeersirup selber machen ist die Konservierungsformel, die den Geschmack des Augusts in einer Flasche festhält, die du das ganze Jahr über öffnen kannst. Jeder Tropfen duftet nach Spätsommer.

Häufige Fragen zum Brombeersirup selber machen

Wie viel Sirup bekommst du aus 500 Gramm Brombeeren?

Durchschnittlich ergeben 500 Gramm frische Brombeeren nach dem Pressen 300 bis 350 Milliliter Saft. Nach dem Einkochen mit Zucker bleiben etwa 400 bis 450 Milliliter Sirup übrig, je nachdem, wie lange du eindickst. Tiefgekühlte Brombeeren geben durch den Zellbruch beim Einfrieren etwas mehr Saft als frische.

Wie lange ist selbst gemachter Brombeersirup haltbar?

In sterilisierten, gut verschlossenen Flaschen, ungeöffnet an einem kühlen, dunklen Ort gelagert, ist Brombeersirup drei bis sechs Monate haltbar. Nach dem Öffnen bewahrst du die Flasche im Kühlschrank auf und verbrauchst sie innerhalb von vier Wochen. Die hohe Zuckerkonzentration wirkt als natürliches Konservierungsmittel, aber auch der Zitronensaft trägt zur Erhaltung von Farbe und Geschmack bei.

Kannst du Brombeersirup auch aus Brombeermarmelade oder Brombeersaft machen?

Aus Marmelade ist es möglich: Erwärme die Marmelade mit der gleichen Menge Wasser und streiche sie anschließend durch ein feines Sieb. Das Ergebnis ist süßer und weniger frisch als Sirup aus frischen Brombeeren, funktioniert aber als Notlösung. Aus fertigem Brombeersaft ist die Zubereitung noch einfacher: Koche den Saft mit drei Viertel seines Gewichts an Zucker zehn Minuten ein und gib Zitronensaft dazu.

Kannst du Brombeersirup ohne Zucker oder mit weniger Zucker machen?

Mit weniger Zucker geht es, doch der Sirup wird dann weniger dick und deutlich kürzer haltbar, bewahre ihn also im Kühlschrank auf und verbrauche ihn innerhalb von 2 Wochen. Ganz ohne Zucker wird es kein Sirup mehr, sondern verdünnter Brombeersaft ohne die sirupartige Textur. Honig oder Ahornsirup können den Zucker teilweise ersetzen, für einen etwas anderen Geschmack.

Wofür verwendest du Brombeersirup außer in Getränken?

Brombeersirup ist vielseitig als Topping über Pfannkuchen, Waffeln oder Joghurt, als Geschmacksgeber in Buttermilch gerührt oder als Basis für eine Vinaigrette in Kombination mit Balsamicoessig. Ein Schuss über Vanilleeis oder in einen Cocktail gibt ebenfalls sofort einen fruchtigen, tief violetten Geschmackskick.