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Liebstöckel im Wasser vermehren: Stecklinge ziehen

Liebstöckel im Wasser vermehren

Liebstöckel im Wasser vermehren ist überraschend einfach. Du stellst einen Trieb in ein Glas Wasser, und etwa zwei Wochen später hat der Steckling neue Wurzeln gebildet. Liebstöckel, auch Maggikraut genannt, verbreitet einen starken Duft, der an Suppenwürze erinnert. Damit ist es eines der am leichtesten erkennbaren Kräuter im Garten. Eine ausgewachsene Pflanze reicht oft für eine ganze Familie. Indem du die Pflanze vermehrst, kannst du außerdem einfach und kostenlos neue Pflanzen ziehen.

Was ist Liebstöckel eigentlich?

Liebstöckel (Levisticum officinale) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und mit Sellerie und Petersilie verwandt. Die Pflanze kann bis zu zwei Meter hoch werden und ist in Deutschland vollständig winterhart.

Geruch und Geschmack sind intensiv, herzhaft und brühenartig. Blätter, Stängel, Samen und Wurzeln sind alle essbar. Liebstöckel treibt jedes Frühjahr neu aus und verlangt wenig Pflege.

Wann kannst du Liebstöckel vermehren?

Die beste Zeit, Liebstöckel im Wasser zu vermehren, ist von April bis Juni. Die Pflanze ist dann im vollen Wachstum und hat junge, kräftige Triebe, die leicht Wurzeln bilden.

Das Vermehren im Herbst ist auch möglich, verläuft dann aber meist langsamer. Die Pflanze richtet ihre Energie in dieser Zeit vor allem auf die Wurzeln. Wähle am besten einen jungen Trieb, der noch nicht blüht. Blühende Stängel bilden nämlich weniger leicht neue Wurzeln.

Wie vermehrst du Liebstöckel im Wasser?

Schritt 1: Einen jungen Trieb abschneiden

Schneide einen kräftigen, jungen Trieb von etwa 10 bis 15 Zentimetern ab. Schneide direkt unter einem Knoten. Das ist die Stelle, an der ein Blatt am Stängel wächst.

Verwende ein scharfes und sauberes Messer, um Schäden an der Pflanze und eine Ansteckung mit Bakterien zu vermeiden.

Schritt 2: Die unteren Blätter entfernen

Entferne die unteren Blätter vom Stängel. Lasse nur die oberen zwei oder drei Blättchen stehen.

Blätter, die im Wasser stehen, können faulen. Dadurch wird das Wasser verschmutzt, und die Chance auf eine gesunde Bewurzelung sinkt.

Schritt 3: Den Steckling ins Wasser stellen

Stelle den Steckling in ein Glas mit sauberem, klarem Wasser. Achte darauf, dass der unterste Knoten und ein kleines Stück des Stängels im Wasser stehen. Die Blätter müssen vollständig über das Wasser hinausragen.

Stelle das Glas an einen hellen Platz, aber nicht in direktes Sonnenlicht. Wechsle das Wasser alle zwei bis drei Tage, um Algenbildung und Bakterienwachstum zu vermeiden.

Schritt 4: Abwarten, bis die Wurzeln lang genug sind

Nach ein bis zwei Wochen erscheinen meist die ersten Würzelchen. Warte mit dem Eintopfen, bis die Wurzeln etwa zwei bis drei Zentimeter lang sind.

Pflanze den Steckling nicht zu früh um. Kurze, junge Wurzeln sind empfindlich und können beim Pflanzen leicht abbrechen.

Wie pflanzt du einen bewurzelten Steckling?

Verwende einen Topf mit ausreichend Abzugslöchern. Fülle ihn mit Universalerde und mische bei Bedarf etwas Kompost unter.

Pflanze den Steckling so, dass die Wurzeln vollständig mit Erde bedeckt sind und der Stängel gerade aus dem Boden ragt. Halte die Erde in der ersten Woche etwas feuchter als normal. So können sich die Wurzeln in Ruhe an den Wechsel von Wasser zu Erde gewöhnen.

Nach etwa zwei bis drei Wochen ist die Pflanze kräftig genug, um in den Gemüsegarten oder in einen großen Topf draußen umzuziehen.

Wofür verwendest du Liebstöckel in der Küche?

Liebstöckel hat einen kräftigen Geschmack. Eine kleine Menge reicht deshalb oft schon aus. Du kannst das Kraut unter anderem verwenden:

  • in Suppe oder Brühe für einen vollen, herzhaften Geschmack;
  • fein geschnitten im Kartoffelpüree oder Kartoffelsalat;
  • als Geschmacksgeber in Eintöpfen;
  • als Ersatz für einen Brühwürfel;
  • mit jungen Stängeln in Salaten;
  • getrocknet und gemahlen in einer Gewürzmischung für Fleisch oder Gemüse.

Liebstöckel ist ein vielseitiges Kraut, das in vielen Gärten noch unterschätzt wird. Wer einmal eine ausgewachsene Pflanze hat, kann jahrelang davon ernten. Mit Liebstöckel im Wasser vermehren machst du ganz einfach neue Pflanzen zum Selbstverwenden oder Verschenken.

Häufige Fragen zum Liebstöckel vermehren

Kann ich Liebstöckel auch aus Samen ziehen?

Ja, Liebstöckel wächst gut aus Samen. Es dauert nur länger, bis du eine ausgewachsene Pflanze hast. Du kannst die Samen ab Februar drinnen auf einer warmen, hellen Fensterbank vorziehen.

Das Vermehren über Stecklinge ist die schnellste Methode, wenn du schon eine bestehende Pflanze hast oder einen Trieb von jemand anderem bekommen kannst.

Wie groß wird Liebstöckel?

Eine ausgewachsene Liebstöckelpflanze kann etwa 150 bis 200 Zentimeter hoch werden. Setze die Pflanze deshalb am besten hinten ins Beet oder in den Gemüsegarten, damit kleinere Pflanzen genug Sonnenlicht bekommen.

Während der Blüte bildet die Pflanze große, gelbgrüne Blütendolden. Diese Blüten ziehen verschiedene bestäubende Insekten an.

Ist Liebstöckel winterhart?

Liebstöckel ist vollständig winterhart. Die oberirdischen Teile sterben im Herbst ab, aber die Wurzeln bleiben im Boden am Leben. Im zeitigen Frühjahr treibt die Pflanze von selbst wieder aus.

Schneide die abgestorbenen Stängel im Herbst bis kurz über dem Boden zurück.

Warum bildet mein Liebstöckel-Steckling keine Wurzeln?

Ein Steckling bildet oft keine Wurzeln, wenn der Trieb zu alt war oder beim Schneiden schon blühte. Auch zu wenig Licht oder eine zu kalte Umgebung kann die Bewurzelung verzögern.

Wechsle das Wasser rechtzeitig und kontrolliere, dass keine Blätter im Wasser faulen. Bildet der Steckling nach drei bis vier Wochen immer noch keine Wurzeln, schneide einen neuen, jüngeren Trieb ab und versuche es erneut.

Kann man Liebstöckel auch im Topf auf dem Balkon anbauen?

Das geht, auch wenn Liebstöckel 150 bis 200 Zentimeter hoch wird. Die Pflanze braucht deshalb einen geräumigen, tiefen Topf von mindestens 40 Zentimetern Durchmesser. Verwende einen Topf mit guter Drainage und fülle ihn mit nährstoffreicher Erde.

Gieße die Pflanze im Topf häufiger als im Beet, da die Erde schneller austrocknet. Eine jährliche Schicht Kompost hält die Pflanze gesund.