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Pilze auf Baumstamm züchten: So gelingt es

Pilze auf Baumstamm züchten

Pilze auf Baumstamm züchten ist eine faszinierende Art, zu Hause Lebensmittel anzubauen. Du impfst einen Baumstamm oder ein Stück frisch gesägtes Holz mit Pilzbrut, lässt das Myzel einige Monate durch das Holz wachsen und kannst danach jahrelang frische Pilze ernten. Du brauchst dafür wenig Platz, es verlangt wenig Pflege, und die Qualität der Pilze ist oft besser als das, was du im Supermarkt findest.

Welche Pilze kannst du auf Baumstämmen züchten?

Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Dies ist die einfachste und am schnellsten wachsende Art. Oft kannst du schon nach drei bis sechs Monaten die ersten Pilze ernten.

Shiitake (Lentinula edodes)

Shiitake sind in der asiatischen Küche beliebt. Diese Art wächst etwas langsamer, kann aber mehrere Jahre in Folge Ernte geben.

Maitake (Grifola frondosa)

Maitake wird auch „Hen of the Woods“ oder Klapperschwamm genannt. Er ist ein großer, buschiger Pilz mit vollem Geschmack.

Nameko (Pholiota nameko)

Nameko ist ein kleinerer, glänzender Pilz, der in der japanischen Küche viel verwendet wird.

Welches Holz verwendest du?

Frisch gesägtes Laubholz ist das beste Substrat. Eiche, Buche, Erle, Pappel und Obstbaumholz sind gute Wahlen unter anderem für Shiitake und Austernseitling. Verwende lieber kein Nadelholz, da die harzigen Stoffe das Wachstum des Myzels hemmen können.

Das Holz muss frisch sein und möglichst nicht länger als sechs Wochen vorher gesägt worden sein. Ist das Holz zu trocken, kannst du es vorher gut wässern. Trockenes Holz bietet nämlich zu wenig Feuchtigkeit für eine gute Entwicklung des Pilzes.

Wie impfst du einen Stamm?

Bohre Löcher in den Stamm mit einem Durchmesser von etwa 8 bis 10 Millimetern und einer Tiefe von 3 bis 4 Zentimetern. Halte zwischen den Löchern einen Abstand von 10 bis 15 Zentimetern. Bohre sie in einem diagonalen Muster, damit sich das Myzel gut im gesamten Stamm ausbreiten kann.

Drücke die Pilzbrut fest in die Löcher. Diese Brut gibt es als Dübelbrut oder Sägemehlbrut in spezialisierten Gartenfachgeschäften und Onlineshops. Verschließe die Löcher anschließend mit Bienenwachs oder Paraffin. So verhinderst du Austrocknung und verringerst die Gefahr, dass unerwünschte Pilze ins Holz eindringen.

Bewahre den geimpften Stamm an einem feuchten, schattigen Platz auf. Du kannst den Stamm zum Beispiel teilweise eingraben oder auf ein Bett aus feuchtem Laub legen. Halte das Holz feucht, aber vermeide, dass es lange in stehendem Wasser liegt.

Je nach Pilzart und Bedingungen erscheinen die ersten Pilze meist nach drei bis zwölf Monaten.

Wie regst du die Ernte an?

Pilze erscheinen oft nach einer Veränderung von Temperatur oder Feuchtigkeit. Du kannst die Ernte anregen, indem du den Stamm 12 bis 24 Stunden in kaltes Wasser tauchst. Diese Methode funktioniert besonders gut bei Shiitake.

Nach dem Tauchen erscheinen die ersten Pilze meist innerhalb von zwei bis sieben Tagen.

Wie lange gibt ein Stamm Pilze?

Ein gut geimpfter Stamm mit einer Länge von 40 bis 60 Zentimetern kann durchschnittlich drei bis fünf Jahre lang Pilze liefern. Nach jeder Erntephase braucht der Stamm etwa vier bis acht Wochen Ruhe, bevor eine neue Ernte entsteht.

Wenn das Myzel das Holz weiter abbaut, werden die Ernten meist kleiner. Die Qualität der Pilze bleibt jedoch gut.

Pilze auf Baumstamm züchten ist ein schönes Ergebnis des Selbstanbaus. Du investierst einen Nachmittag Arbeit und kannst anschließend jahrelang ernten. Wer mehr über den Anbau eigener Lebensmittel wissen möchte, findet mit Basilikum anbauen und Basilikum einfrieren einen leichten Einstieg in den Kräuteranbau im kleineren Rahmen.

Häufige Fragen zum Pilze auf Baumstamm züchten

Wo kaufe ich Pilzbrut?

Pilzbrut gibt es in spezialisierten Gartencentern, Onlineshops für Gartenbedarf und bei Pilzzüchtern. Dübelbrut ist am einfachsten zum Impfen von Stämmen. Sägemehlbrut verbreitet sich oft schneller, verlangt aber saubereres und genaueres Arbeiten.

Kann ich Pilze auf einem Stamm auch drinnen züchten?

Das ist möglich, doch Stämme sind oft groß und schwer. Für den Gebrauch in der Wohnung sind Pilzzuchtsets auf Basis von Sägemehl oder Stroh meist praktischer. Pilze auf Baumstamm züchten funktioniert am besten draußen, zum Beispiel in einem schattigen Garten oder an einem geschützten Platz.

Woran erkenne ich, dass mein Stamm misslungen ist?

Grüne oder schwarze Schimmelflecken rund um die Bohrlöcher können darauf hinweisen, dass andere Pilze das Holz übernommen haben. Das kann passieren, wenn du zu altes oder zu trockenes Holz verwendest oder nicht sauber genug arbeitest. In dem Fall beginnst du am besten mit einem frischen Stamm und sauberem Werkzeug neu.

Muss ich einen geimpften Stamm gießen, wenn es lange trocken bleibt?

Ja, bei langer Trockenheit ist es wichtig, den Stamm feucht zu halten. Besprühe das Holz regelmäßig mit Wasser oder lege es auf ein Bett aus feuchtem Laub oder Mulch. Lasse den Stamm nicht vollständig austrocknen, da das Wachstum des Myzels sonst stoppt. Sorge aber dafür, dass das Holz nicht dauerhaft in stehendem Wasser liegt, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Zieht ein Pilzstamm Ungeziefer oder Insekten im Garten an?

Ein feuchter Stamm kann Schnecken, Asseln und andere feuchtigkeitsliebende Insekten anlocken. Das ist meist harmlos und gehört zu einer gesunden, feuchten Umgebung. Behalte den Stamm aber im Auge auf Anzeichen von Holzkäfern oder Termiten. Stelle den Stamm nicht direkt an einen Holzzaun oder ein Gebäude, um eine Ausbreitung auf anderes Holz zu vermeiden.